Gesellschaftswissenschaften

Aktuelles

 

22. MEP vom 05. bis zum 12. September 2021

Auch in diesem Jahr vertreten zwei Schülerinnen des RoRo die Berliner Delegation beim Modell Europa Parlament: Nicole Razvigorova und Emily Herfort aus der 10b arbeiten als Abgeordnete Luxemburgs auch in diesem Jahr digital zu europapolitischen Themen wie u.a. zu Künstlicher Intelligenz und zur Gleichstellung der Geschlechter in der EU. Wir wünschen viel Erfolg!

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Internationales MEP in Wien

Vom 18. bis zum 21.03.2021 fand das internationale MEP in Wien in digitaler Form statt. Mark Kaplunow wurde beim nationalen MEP 2020 nominiert und vertrat das RoRo und Berlin sehr erfolgreich, sodass er eine weitere Nominierung erhielt und beim 54. internationalen MEP in Berlin (vom 10.11.-14.11.2021) als Ausschussvorsitzender fungieren wird. Herzlichen Glückwunsch!

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Das 21. MEP – das erste Mal in digitaler Form

Im Dezember 2020 fand das 21. Modell Europaparlament statt, das erste Mal in digitaler Form, da eine Durchführung in Berlin in Präsenz – wie sonst üblich – angesichts der Infektionslage nicht möglich war.

So haben fünf Schüler unserer 10. Klassen die Berliner Delegation beim 21. MEP vertreten. Koshin Daebel, Mark Kaplunow, Tristan Verheylewegen, Niklas Bennewitz (v.l.n.r.) und Lukas Berg beschäftigten sich als Abgeordnete Bulgariens des Europaparlaments mit unterschiedlichen aktuellen europäischen Themen, diskutierten mit Jugendlichen aus ganz Deutschland und erstellten Resolutionen, die an das Europäische Parlament weitergeleitet wurden.

Mark Kaplunow und Tristan Verheylewegen haben sich dabei für internationale MEPs in Wien und Sofia qualifiziert - herzlichen Glückwunsch und viel Erfolg!

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Das MEP 2020 – Auf der Suche nach dem Europa von morgen

„Ich bin eine stolze Europäerin – aber nicht immer stolz auf die EU.“ MEP-Präsidentin Lizanne fasste mit diesem kurzen Statement wohl auch das Gefühl vieler Delegierter der MEP-Sitzung 2020 zusammen. Denn trotz Frieden, Freiheit und Chancen gehe die Solidarität zwischen den Mitgliedsstaaten stückchenweise verloren.

Auch viele der Probleme, die in den sieben Ausschüssen von den Jugendabgeordneten diskutiert wurden, stehen schon lange auf der Dringlichkeitsagenda der EU ganz oben. Aber gerade dies sei ein Weckruf an die Jugendlichen, sich einzumischen und sich für ein besseres Europa einzusetzen, so Lizanne.

Während sich in Brüssel die Staatschefs auf einen Rechtsstaatsmechanismus und den EU-Haushalt bis zum Jahr 2027 einigen konnten, machten sich beim Corona-bedingt ersten Online-MEP die Jugendlichen auf die Suche nach dem Europa von morgen und den damit verbundenen Herausforderungen: Klimawandel, Verteidigungsunion, soziales Europa. Alle Redner und Gesprächspartner sprachen sich dabei für ein demokratisches Europa aus, das den heutigen Jugendlichen zahllose neue Perspektiven eröffne.

Das „Modell Europa Parlament Deutschland" (MEP) ist ein Planspiel für jungen Menschen, bei dem sie für eine Woche in die Rolle von EU-Abgeordneten schlüpfen und so Europa hautnah erleben und mitgestalten. Vom 6. bis 13. Dezember 2020 hatte der Verein Schulgruppen aus allen 16 Bundesländern eingeladen, um über aktuelle Themen der Europäischen Union zu diskutieren.

Ein Höhepunkt war für alle sicherlich die Diskussion mit Katarina Barley, Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments. Auch hier drehten sich die Fragen und Kommentare der Jugendlichen um Rechtsstaat, politisches Engagement und die Oppositionsbewegung in der Ukraine. Barleys Botschaft an die Jugendlichen lautete: Nutzt die Gelegenheit beim MEP, um reden zu üben, überwindet euer Lampenfieber und engagiert euch schon in frühen Jahren.

Im Mittelpunkt des MEP standen aber die Debatten der Jugendlichen zu den sieben Ausschussthemen; dabei gingen die Delegierten in ihrer Rolle als Parlamentarier völlig auf. Sie appellierten an die Verantwortung als Europäer, stritten für den Aufbau einer europäischen Jugendinitiative und fragten sich, ob die Umstellung auf erneuerbare Energien genauso viele Arbeitsplätze schaffe wie der Ausstieg aus den Kohleverstromung koste.

Sie schlugen eine Reform des UN-Sicherheitsrates sowie einen Sitz für einen afrikanischen Staat vor, forderten das Verbot bestimmter Antibiotika und aller Reserveantibiotika in der Landwirtschaft, einen staatsspezifischen Mindestlohn in allen Mitgliedstaaten und die Schaffung einer europäischen Verteidigungsunion. Auf die Herabsetzung des Wahlalters auf 16 Jahre konnten sie sich am Ende hingegen nicht einigen.

Sie nutzen die Möglichkeiten der parlamentarischen Geschäftsordnung, stellten Änderungsanträge und hielten Reden wie die Profis.  Dabei zitierten sie Staatslenker (Konrad Adenauer), Schriftsteller (Astrid Lindgren) und Comichelden (Spiderman). In zehn Stunden Debatte haben die Jugendlichen so die Grundlage für eine hoffentlich bessere Welt gelegt. Viele waren glücklich, über ihren Schatten gesprungen zu sein und eine Rede vor den fast 100 Mitdelegierten gehalten zu haben.

Als gar nicht so große Herausforderung stellte sich die Online-Konferenz-Technik heraus. Vieles ging sogar problemloser als im Bundesrat, wo das MEP bisher tagen durfte. Durch die elektronischen Abstimmungen und die Zuteilung der Wortmeldungen konnte viel Zeit für die Debatten gespart werden. Aber am Ende beklagten sich doch fast alle über den Mangel an Möglichkeiten zum sozialen Austausch in diesem digitalen Projektformat.

Die beiden Präsidenten Lizanne und Maximilian hatten die Sitzungen fest im Griff. In ihren Reden bezogen sie sich auf ihre eigene MEP-Biografie und ermutigten die Teilnehmenden, sich politisch zu engagieren, denn „Europa kann mehr, Europa kann besser werden, aber nicht ohne das Engagement der Europäer. Nutzt eure Stimme auch für die weniger Privilegierten“, gaben sie den Delegierten mit auf den Weg. Denn außer ihnen werde es niemand sonst machen.

Das Projekt ist Teil des von Erasmus-plus geförderten EU-Jugenddialogs. Das bedeutet, dass die MEP-Resolution zum Thema Jugend tatsächlich den Weg nach Brüssel in den Rat der Jugendminister nehmen wird. Das MEP ist damit eine konkrete Möglichkeit für die jungen Menschen, mitreden zu können.

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Einhundert Jugendliche stellen die Weichen für ihr Europa – MEP-online 6.–13.12.2020

Berlin, 3.12.2020: Drei Wochen vor dem Ende der Deutschen EU-Ratspräsidentschaft und drei Wochen, bevor Großbritannien endgültig die EU verlässt, werden sich 100 Schüler*innen aus ganz Deutschland zum Thema „Europa“ zu Wort melden und Antworten auf die aktuellen europäischen Probleme geben.

Gerade in Corona-Zeiten ist es wichtig, dass sich Schüler*innen auch online in Europa einmischen. Zudem geraten derzeit demokratische Grundsätze und Werte wie Meinungsfreiheit von verschiedenen Seiten unter Druck. Krisen wie die Pandemie kennen keine Grenzen. Daher sollte man schon in jungen Jahren lernen, grenzüberschreitend zu denken und zu handeln.

Dieses Jahr ist beim MEP vieles anders: Die Jugendlichen werden zwar auch als Vertreter*innen ihres Bundeslandes für ein paar Tage zu „Mitgliedern des Europäischen Parlaments“ - allerdings nicht in Berlin und im Bundesrat, sondern von zu Hause aus auf den gängigen Online-Plattformen. Ohne reisen zu müssen, werden sie gemeinsam in ihren Ausschüssen Lösungen für wichtige Herausforderungen des Kontinents erarbeiten und mit echten Politikern diskutieren, darunter (am Freitag, dem 11.12., um 15 Uhr) die Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, Katarina Barley.

Wir sind der Überzeugung, dass Europa mehr auf die Jugend hören sollte, denn sie ist ein zuverlässiger Seismograf für sozialen Wandel. Heute müssen wir alle die Weichen richtig stellen, damit wir auch in Zukunft in einem sicheren und jugendgerechten Europa leben können.

Wie in der echten Politik geht es im MEP um wichtige Fragen wie Klima- und Flüchtlingskrise, EU-Sozialpolitik und die Sicherung des Friedens. Die Jugendlichen sollen sich dabei aber keinen Sachzwängen und Koalitionsabsprachen unterwerfen, sondern visionärer sein und die besten Lösungen für Europa finden. Und das geht unserer Ansicht nach am besten spielerisch durch die Methode Learning by doing. Die vom EU-Programm Erasmus+ geförderte Simulation ist dabei mehr als nur ein Spiel: Die von den Jugendlichen erarbeiteten Resolutionen werden nämlich in den europäischen Politikprozess eingespeist. Als Teil des europaweiten Dialogs der Politik mit der Jugend können sich die Teilnehmenden somit tatsächlich politisch mit ihren Anliegen in Brüssel Gehör verschaffen.

Mit Spannung wird die Diskussion mit der Europaabgeordneten Katarina Barley erwartet. Sie wurde erst im Juni 2019 neu ins Europaparlament gewählt und hat mit ihrer deutschen und britischen Staatsbürgerschaft eine echte grenzüberschreitende Biografie und einen sehr persönlichen Blick auf Europa.

Als zusätzliche Motivation winkt den jungen Abgeordneten die internationale Politikbühne: Zwanzig überzeugende Redner*innen dürfen – sobald das Corona-Virus es wieder erlaubt – an einer internationalen EU-Parlamentssimulation in einer europäischen Hauptstadt teilnehmen. 2021 soll es dabei nach Bukarest und Dublin gehen.

Wir wünschen den Teilnehmern der Berliner Delegation vom RoRo Niklas Bennewitz (10a), Koshin Daebel (10b), Mark Kaplunow (10b),  Lukas Renk (10b) und Tristan Verheylewegen (10b) viel Spaß und Erfolg!

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Die MEP-AG im Schuljahr 2019/20

Jeden Montagnachmittag, in der 8. und 9. Stunde, treffen sich Schüler*innen der 10. Klasse zur MEP-AG. Gemeinsam bereiten sie sich auf das jährlich stattfindende MEP vor, indem sie Plädoyers zu politischen Themen vorbereitet oder auch spontan halten müssen, indem sie über den Unterrichtsstoff hinaus mehr über die Europäische Union erfahren, indem sie Resolutionen erstellen und verteidigen und indem sie üben, politische Reden zu analysieren, zu schreiben und zu halten. Die AG bereitet auf das Simulationsspiel im März vor und ist allen offen, die Spaß an Diskussionen zu europapolitischen Themen haben.

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RoRo bestimmt Delegierte für das MEP 2020

Vom 22. bis zum 27. März 2020 findet die 20. Sitzung des Modell Europa Parlaments in Berlin statt. Die AG findet seit November statt, in der die RoRo-Delegierten ausgewählt werden. Das RoRo schickt in diesem Jahr fünf Delegierte und eine Assistenz zum MEP. Die fünf Delegierten, die uns im März vertreten werden, sind (von links nach rechts): Luisa Paulisch (10b), Hannah Pieper (10d), Karina Schamnej (10d), Florentine Redenz (10b) und Bendix Mix (10a). Am 18. Februar fand ein erstes Treffen mit den Delegierten des FEG statt. Allen weiterhin viel Spaß und Erfolg bei der Vorbereitung!

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MEP 2019 – Fortsetzung: iMEP in Stockholm

Unser Schüler Simon Goldberg hat sich beim nationalen Modell Europa Parlament im Januar 2019 für das internationale MEP in Stockholm qualifiziert, das vom 8. bis zum 15. März 2020 stattfinden wird. Eine Woche lang wird er mit Jugendlichen aus ganz Europa in unterschiedlichen Ausschüssen über europapolitische Themen in englischer Sprache diskutieren. Wir wünschen ihm viel Erfolg!

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Vorbereitungstreffen für das 20. MEP am Wannsee

Vom 16. bis zum 18. Januar 2020 fand am Wannsee das alljährliche Vorbereitungstreffen des Präsidiums und der Ausschussvorsitzenden für das nahende nationale MEP statt. 16 ehemalige Delegierte übernehmen in diesem Jahr den Vorsitz der acht Ausschüsse, darunter auch Simon Goldberg, der den Ausschuss für nachhaltige Stadtentwicklung in der EU (REGI) beim MEP im März leiten wird. Alle Ausschüsse wurden bei dem Vorbereitungstreffen festgelegt und sind unter mepgermany.de einzusehen.

Die MEP-Schirmherrschaft 2020 hat Dr. Dietmar Woidke, der Ministerpräsident des Landes Brandenburg und Bundesratspräsident, übernommen. Er wird am 26. März 2020 gegen 15:30 Uhr die jährliche MEP Fishbowl-Diskussion im Bundesrat mit den Delegierten bestreiten.

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MEP 2019 - Fortsetzung: Internationale Tagung auf Malta

Unsere Schülerin Fleurie Malburg hat sich beim nationalen Modell Europaparlament im Januar 2019 für das internationale MEP auf Malta qualifiziert, das vom 9. bis zum 16. November 2019 stattfindet. Eine Woche lang wird sie mit Jugendlichen aus ganz Europa in unterschiedlichen Ausschüssen über europapolitische Themen in englischer Sprache diskutieren. Wir wünschen ihr (im Bild hintere Reihe Mitte) viel Erfolg!

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MEP 2019

Vom 26.01. bis zum 30.01.2019 fand das 19. nationale MEP (Model European Parliament) in Berlin statt. Auch in diesem Jahr waren vier Schüler*innen des RoRo vertreten.

Zehntklässler*innen aus allen Bundesländern kamen wieder zusammen, um fünf Tage lang das Europäische Parlament nachzustellen und gemeinsam über europäische Politik zu diskutieren. Zwei der RoRo-Schüler*innen wurden an erster Stelle für die folgenden internationalen MEPs nominiert. Herzlichen Glückwunsch!

 

Erfahrungen der RoRo-Schüler*innen beim nationalen MEP 2019

Die Arbeit beim MEP hat mir sehr viel Spaßs gemacht. In meinem Ausschuss haben wir produktiv gearbeitet und dabei die Arbeit eines Politikers nachempfinden können. Auch wenn uns die rechtzeitige Fertigstellung der Resolution einige schlaflose Nächte bereitet hat, konnten wir sie am Ende der MEP-Woche stolz im Bundesrat vorstellen. Alles in allem hatte ich eine tolle, sehr lehrreiche Woche, in der ich viele nette und an Politik interessierte Jugendliche kennen gelernt habe.

-      Teilnehmende Schülerin, Winter 2019

 

Das MEP war für mich eine Chance, den Ablauf der Entscheidungsprozesse in der Politik und vor allem in der EU besser kennen zu lernen. Als Teilnehmerin konnte ich in die Rolle einer Abgeordneten schlüpfen, wozu auch der Dresscode und der formelle Umgang beigetragen haben. Wir haben in langen Diskussionen in den Ausschüssen um die beste Formulierung gerungen und dann unsere Arbeit im Plenum des Bundesrats vor Schülern aus ganz Deutschland und anderen EU-Staaten vorgestellt und verteidigt. Mir persönlich hat dieses Projekt sehr viel Spaß gemacht und andere Seiten des Tagesgeschehens in der Politik gezeigt. Ich habe das erste Mal in meinem Leben eine Rede und eine Resolution geschrieben, habe fachlich tiefgreifend diskutiert und konnte mich mit anderen sehr interessierten Schüler*innen über ihre Sicht auf die Politik und Europa austauschen.

-       Afra Oechsner, Winter 2019

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17. Modell Europa Parlament Deutschland

Am 17. MEP Deutschland, das vom 14. bis 19. Februar 2016 stattfand, haben sich wieder vier Schülerinnen und Schüler unserer Schule mit viel Einsatz und Freude beteiligt. Inzwischen ist auch das Magazin „Sternstunden” erschienen, das mit interessanten Bildern und Texten einen lebendigen Einblick in die Abläufe vermittelt (Link zum Magazin). Auch die Texte einiger Reden sind hier zu finden.

Das nächste MEP wird vom 19. bis zum 23. März 2017 stattfinden. Auch in diesem Schuljahr gibt eine AG zur Vorbereitung.

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MEP-Delegierte erfolgreich!

Die Berliner Delegation mit den Nominierten

Wegen ihrer erfolgreichen Arbeit als Delegierte in den Ausschüssen des MEP Deutschland wurden Sinda Hübsch und Bengü Sahin aus der Klasse 10b sowie Evagelia Vlassaki aus der Klasse 10a für die Teilnahme an einem internationalen MEP nominiert.

Herzlichen Glückwunsch!

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Ein Bericht über die MEP-Woche

Zwischen geistigen Klimmzügen und Gehirnjogging – Willkommen im Fitnesscenter für europäische Demokratie

„Europa ist nicht leicht, Europa ist mühsam, Europa ist anstrengend. Doch lohnt sich diese Anstrengung im Hinblick auf die europäische Erfolgsgeschichte." Mit diesen Worten eröffnete der stellvertretende Regierungssprecher Georg Streiter die Auftaktveranstaltung zum 16. Planspiel "Modell Europa Parlament" im Bundespresseamt. Willkommen also im Fitnesscenter für Europas Demokratie.

Offiziell bietet der Verein "Modell Europa Parlament Deutschland" jungen Menschen im Planspiel die Möglichkeit, für eine Woche in die Rolle von EU-Abgeordneten zu schlüpfen und so Europa hautnah zu erleben und mitzugestalten. Vom 22. bis 27. Februar 2015 hatte der Verein Schulgruppen aus jedem Bundesland sowie Gastdelegationen aus Belgien, Luxemburg und Ungarn nach Berlin eingeladen, um über aktuelle Themen der Europäischen Union zu diskutieren.

In Wirklichkeit ist das MEP aber viel mehr. Denn was hier von den 160 jungen potentiellen Politikern an geistigen Klimmzügen und Gehirnjogging vollbracht wird, das trieb ihnen allen den Schweiß auf die Stirn. 

"Europa entwickeln heißt Probleme lösen", so der stellvertretende Regierungssprecher. Er ermunterte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer als Vorbilder Europa nicht nur zu erleben, sondern es auch weiterzuentwickeln.

Die jungen Abgeordneten erarbeiten in acht Ausschüssen Resolutionen zu den Themen. Diese besprechen und verabschieden sie dann in Plenumssitzungen. Jede Delegation repräsentiert dabei einen EU-Mitgliedstaat und vertritt dessen Interessen.

Die Schülerinnen und Schüler sollen die schwierige Entscheidungsfindung in einem komplexen System von nationalen und gesamteuropäischen Interessen bewusst kennenlernen. "Nun versteht man auch, warum die Politiker immer so lange für die Verabschiedung von Resolutionen oder Gesetzen brauchen", erklärt Sarah Haselbeck aus Bayern.

Außerdem konnte sich Yusuf Arif Yücel aus Hamburg nicht vorstellen, dass die Arbeit als Abgeordneter so anstrengend ist. "Es ist sehr anstrengend, aber vor allem macht es Spaß", pflichtet ihm sein Freund Ben Bosch aus Stuttgart bei.

Ein Höhepunkt war für alle sicherlich die Diskussion mit Bundesverteidigungsministerin von der Leyen. Natürlich wollten die Jugendlichen von ihr wissen, wie sich die EU im Konflikt zwischen der Ukraine und Rußland verhalten soll und warum Waffenlieferungen an die Ukraine für sie nicht in Frage kommen, an die Peschmerga im Kampf gegen den Islamischen Staat im Nordirak dagegen schon. Aber es ging auch um persönliches: Über die Witze der Heute-Show könne sie herzhaft lachen, vor allem, wenn sie selbst betroffen sei. Zudem sei sie überzeugte Europäerin, sie sei sogar zunehmend begeistert von der EU, gerade weil sie so vielfältig sei. Dann dadurch würden sich auch viele Handlungsmöglichkeiten für Europa ergeben.  

Im Mittelpunkt des MEP standen aber die Debatten der Jugendlichen zu den acht Ausschussthemen: Dabei sahen die jungen Delegierten nicht nur so aus wie ihre Vorbilder aus dem Europaparlament, sie redeten auch so. So appellierten sie an die Verantwortung als Europäer, zitierten die größten Denker der politischen Theorie wie Goethe, Platon und Rousseau und jonglierten mit Fachbegriffen, als sei dies ihre normale Sprache. So ging es beim Thema Rüstungsexport um „die strikte Kontrolle der Endverbleibserklärung“, beim Syrischen-Bürgerkrieg um die Gründung eines „permanenten Friedensverhandlungsrat“ oder bei der Bekämpfung des Rassismus um die Garantien aus Artikel 21 EU-Grundrechtecharta. 

Sie forderten das Wahlalter ab 16 Jahren in der ganzen EU sowie ein gewähltes Europäisches Jugendparlament, erwartet die stärkere Berücksichtigung europäische Interessen bei den TTIP-Verhandlungen mit den USA und plädiert für die Einführung einer Steuer auf Plastiktüten. Nach 16 Stunden Debatte waren allen Beteiligten die körperliche und geistige Erschöpfung anzusehen und die Enthaltungen bei den Abstimmungen nahmen kontinuierlich zu. Viele hätten sich bestimmt gerne bei den beiden letzten Diskussionen zu den Themen EU-Steuerpolitik und TTIP auswechseln lassen.  

Die drei jungen Präsidenten zeigen dagegen Duchhaltevermögen. Sie wissen aus Erfahrung, dass das Planspiel zur ganzheitlichen Stärkung der Persönlichkeit beiträgt. Souverän leiten Lena Störck, Arno von Salisch und Akwasi Osei-Dwomok die jungen Abgeordneten bis zum Ende durch die Sitzungen. Dass die drei sich das Amt teilen, erleichtert die Aufgabe, erklärt Arno von Salisch. Allein wäre es auch für sie ohne Pausentee kaum zu schaffen. Einig sind sie sich dabei: "Was hier heranwächst ist eine Generation junger überzeugter Europäer."

Bei all diesen ernsten Herausforderungen blieb trotzdem noch genug Zeit für Spaß. Dazu gehörte auf jeden Fall der Flashmob auf dem Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor incl. Europahymne. Aber auch die szenischen Darbietungen zu den Themen der Ausschüsse am Sonntagabend im Jugendgästehaus sowie zur Präsentation des zu vertretenden EU-Landes im Bundespresseamt bot Gelegenheit, gemeinsam zu lachen, Kontakte zu knüpfen und von einem besseren Europa zu schwärmen.

Das Projekt ist Teil des sogenannten Strukturierten Dialogs der EU mit der Jugend. Darauf machte die Berliner Staatsseketärin für Jugend Sigrid Klebba aufmerksam. Das bedeutet, dass die MEP-Resolution zum Thema „Jugendpartizipation“ tatsächlich den Weg nach Brüssel in den Rat der Jugendminister nehmen wird. Dies sei eine konkret Chance für die jungen Menschen mitzureden.  

Nach der Woche ist klar: Die Aufforderung von Lena Störck in Ihrer Eröffnungsrede an die Delegierten, während des Planspiels mitzudenken, mitzureden und mitzubestimmen, wurde erfüllt. Und sie haben sich alle vom "MEP-Fieber" anstecken lassen. Zwar wurden nur 3 von 8 Resolutionen angenommen, aber so war das Ergebnis der Simulation noch realistischer. Denn die wahre Politik, egal ob in Bremen, Berlin oder Brüssel, ist auch kein Zuckerschlecken.